24.10.2019

Wärmewende selber machen – Nahwärmenetz in Alteglofsheim geplant

Die Gemeinde Alteglofsheim möchte ihren Bürgerinnen und Bürgern eine zukunftssichere Wärmeversorgung ermöglichen. Dafür soll gemeinsam mit der NATURSTROM AG ein Nahwärmenetz umgesetzt werden.

Etwa 75 interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden sich am 16.10. in der „Schloßgaststätte Zur Post“ (Hopp) ein, um sich über die Möglichkeit einer Nahwärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu informieren. Sie waren der Einladung des Bürgermeisters Herbert Heidingsfelder und der NATURSTROM AG zu einem Informationsabend zum Thema Nahwärmenetz gefolgt. Bereits am 5. September 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, zusammen mit der NATURSTROM AG aus dem oberfränkischen Eggolsheim ein Konzept für eine erneuerbare Wärmeversorgung zu entwickeln. Um die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an auf diesem Weg mitzunehmen und einzubeziehen, informierten NATURSTROM-Mitarbeiter über ihr Unternehmen sowie ihre Erfahrungen mit regenerativen Nahwärmeprojekten.

Der Begriff Nahwärme bezeichnet die Wärmeversorgung eines Gebiets, meist durch eine Energiezentrale, die sich nahe dem zu versorgenden Gebiet befindet. Mit Hilfe von regenerativen Wärmeerzeugern wird Wasser erwärmt und über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz – das Nahwärmenetz – zu den Wärmeabnehmern transportiert. „In Alteglofsheim soll in der Heizzentrale eine Kombination aus Biomasse-Heizkesseln und einer großen Solarthermieanlage zum Einsatz kommen. Die Wärmeerzeugung ist damit zu 100 Prozent CO2-neutral“, erklärt Projektentwickler Heribert Mertmann von NATURSTROM. Durch Übergabestationen in den Häusern wird die Wärme auf das Heizungssystem übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt über den Rücklauf zurück zur Heizzentrale. Die Versorgung mit Wärme ist ganzjährig sichergestellt, Ausfälle sind daher nicht zu erwarten. Die Anschlussnehmerinnen und Anschlussnehmer sparen durch die Anbindung an das Nahwärmenetz unter anderem den Platz für einen eigenen Heizkessel sowie die Kosten für Wartung, Schornsteinreinigung und Sanierung des eigenen Heizkessels. Gleichzeitig heizen sie deutlich klimafreundlicher als mit konventioneller Anlagentechnik.

Bürgermeister Heidingsfelder betont neben der Bedeutung des Konzepts für den Klimaschutz auch die stabilisierende Wirkung auf den Preis: „Die Bürgerinnen und Bürger können sich durch das Nahwärmenetz unabhängig vom Import fossiler Brennstoffe machen. Unser Ziel ist eine langfristige kostengünstige Wärmeversorgung für den Ort.“ 

Die Trassenplanung des Nahwärmenetzes richtet sich in erster Linie nach den an einem Anschluss interessierten Haushalten. Die Gemeinde bittet daher zusammen mit NATURSTROM um Abgabe eines Fragebogens, um das Interesse an einem Nahwärmenetz im Ort zu ermitteln. Fragebögen können unter www.naturstrom.de/Alteglofsheim heruntergeladen werden. Die ausgefüllten Formulare können im Rathaus abgegeben oder direkt an NATURSTROM geschickt werden.