Quartier AVORA in Berlin
Wärme aus Geothermie und solarer Mieterstrom
Das Wohnquartier AVORA in Berlin umfasst auf rund 2,3 Hektar 84 Doppel- und Reihenhäuser. Hölzerne Fassaden, großzügige Grünflächen und dachintegrierte Photovoltaikmodule prägen das Quartier. Die Strom- und Wärmeversorgung erfolgt fossilfrei aus erneuerbaren Energiequellen – durch Geothermie, Solarenergie und bei Bedarf durch Ökostrom aus dem öffentlichen Netz. naturstrom hat das Energiesystem geplant und errichtet und ist für dessen Betrieb verantwortlich – einschließlich Wartung, Service und Monitoring.
Projekthighlights
- Erneuerbare Energieversorgung mittels Geothermie und Solarenergie
- Kopplung der Sektoren Strom und Wärme
- dachintegrierte Photovoltaik-Anlagen auf allen 84 Häusern
- exklusives Mieterstrom-Produkt für die Quartiers-Bewohner:innen

Ausgezeichnet mit dem 1. Platz des Contracting Awards 2024 ©Thomas Rosenthal
Vielfach prämiert
AVORA macht auf sich aufmerksam. Das Projekt wurde mit dem 1. Platz des Contracting Awards 2024 von E&M und vedec sowie mit dem Spotlight Award 2024 von pv magazine ausgezeichnet. Die Auszeichnungen unterstreichen den Vorbildcharakter des Projekts und würdigen die Energieversorgung aus Basis Erneuerbarer Energien.

Energiebausteine im Projekt




Solaranlagen versorgen die Heizzentrale und die Bewohner:innen anteilig mit Solarstrom vom eigenen Dach. ©The Grounds
Das Energiekonzept
Im Berliner Quartier wurde an alles gedacht: Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, Wärmepumpen für die brennstofffreie Wärme- und passive Kälteversorgung und Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.
Den erzeugten Strom aus den dachintegrierten Solaranlagen bieten wir den Bewohner:innen als exklusives Mieterstrom-Produkt an.
Dazu kommt eine vollständig fossilfreie Wärme- und passive Kälteversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien.
Erneuerbare Wärme aus Geothermie
Einer der innovativsten Aspekte des Quartiers liegt unter der Erde: 68 Erdwärmesonden entziehen dem Erdreich in 100 Metern Tiefe Wärme um 11 Grad Celsius. Diese gelangt über Rohrleitungen in die Energiezentrale, wo zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen das Wasser auf 40 Grad Celsius erhitzen. Ein über 1.200 Meter langes Niedertemperatur-Nahwärmenetz verteilt die Wärme in die Gebäude.
Die Trinkwassererwärmung erfolgt dezentral über elektronische Durchlauferhitzer. Dank KfW-55-Standard und Fußbodenheizung genügt das niedrige Temperaturniveau für ein komfortables Wohnklima. Gleichzeitig erhöht es die Effizienz der Wärmepumpen und senkt die Wärmepreise.
Die dachintegrierten Photovoltaikanlagen versorgen die Heizzentrale anteilig mit lokalem Solarstrom. Bei Bedarf wird Ökostrom von naturstrom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft aus dem öffentlichen Stromnetz ergänzt.

Unter dem zentral gelegenen Platz mit einer Streuobstwiese liegt das Erdsondenfeld mit insgesamt 68 Sonden. ©The Grounds
Passive Kühlung im Sommer
In den Sommermonaten werden die Energieflüsse im Energiesystem umgedreht und die Gebäude gekühlt: Überschüssige Wärme wird den Gebäuden entzogen, durch das Netz zu den Wärmesonden geführt und das Erdreich energetisch regeneriert.
Zusätzlich zur Gebäudekühlung wird der Umgebungsluft Wärme entzogen und ebenfalls zur Regeneration des Erdsondenfeldes genutzt. Der Erdboden dient also als saisonaler Wärmespeicher.
Das Projekt auf einen Blick
| Standort | Berlin Pankow | |
| Projektpartner | The Grounds Real Estate Development AG | |
| Objektart | Neubau nach Effizienzhaus Standard 55 Erneuerbare-Energien-Klasse | |
| Volumen | 84 Doppel- und Reihenhäuser | |
| Installierte Leistung | 2 Sole-Wasser Wärmepumpen: je 180 kWth 68 Erdwärmesonden zu je 100m Rückkühler: 200 kW Lauwarmes Nahwärmenetz: ca. 1.200 m dachintegrierte PV mit 410 kWp | |
| Bedarfsdeckung | 31 % des lokalen Strombedarfs werden durch die PV-Anlagen gedeckt | |
| Inbetriebnahme | 2023 |
Verfolgen Sie den Baufortschritt und alle Neuigkeiten rund um AVORA in unserem Bautagebuch: www.naturstrom-avora.de



