Immer mehr Menschen steigen auf Elektroautos um – und das ist auch gut so! Doch damit wächst auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur vor allem dort, wo Autos ohnehin viele Stunden stehen: zu Hause und am Arbeitsplatz. Doch gerade in Mehrfamilienhäusern kann der Weg von der ersten Wallbox bis zu einer zukunftsfähigen Ladelösung kompliziert werden. Mit naturstrom fahrstrom bietet naturstrom deshalb eine All-in-one-Lösung von der Planung über den Betrieb bis hin zur Verwaltung und Abrechnung von Ladeinfrastruktur. Im Doppelinterview erklären unsere Kollegen und Produktverantwortlichen Klaus Gruber und Bernd Gau, warum die Verkehrswende mehr braucht als öffentliche Schnellladesäulen, welche Hürden Immobilienwirtschaft und Unternehmen derzeit beschäftigen und wie naturstrom fahrstrom Bauträgern, Wohnungseigentümern, Gewerbetreibenden oder Hausverwaltungen das Anbieten von Ladeinfrastruktur einfacher macht.
Klaus, Bernd, die Elektromobilität nimmt in Deutschland wieder deutlich Fahrt auf. Wo steht die Verkehrswende aus eurer Sicht aktuell – und was braucht es, damit aus steigenden Zulassungszahlen tatsächlich eine breite Mobilitätswende wird?
Klaus Gruber: Die Richtung stimmt auf jeden Fall. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos steigt wieder deutlich. Gleichzeitig merken wir aber: Mit mehr E-Autos auf den Straßen wächst auch der Anspruch an die Ladeinfrastruktur. Menschen wollen ihr Auto unkompliziert laden können, ohne sich vorher Gedanken darüber machen zu müssen, wo die nächste freie Ladesäule steht. Dafür brauchen wir deutlich mehr Ladepunkte – und zwar gerade dort, wo Autos ohnehin längere Zeit stehen.
Bernd Gau: Genau. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist wichtig, aber sie ist nur ein Teil der Lösung. Wer einen eigenen Ladepunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz hat, kann das Auto bequem während der Standzeit laden. Das ist nicht nur komfortabel, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten: Wenn Elektroautos überwiegend dann laden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist, können sie perspektivisch zu einem flexibleren Stromsystem beitragen. Verkehrs- und Energiewende wachsen dadurch immer stärker zusammen.
Ein großer Teil der öffentlichen Diskussion dreht sich um Ladesäulen an Autobahnen, Supermärkten oder im öffentlichen Raum. Ihr legt mit naturstrom fahrstrom einen starken Fokus auf Wohngebäude und Unternehmen. Warum sind gerade diese Orte für die Verkehrswende so wichtig?
Bernd Gau: Ein Auto steht die meiste Zeit – und genau diese Zeit können wir zum Laden nutzen. Zu Hause sind Fahrzeuge häufig über Nacht angeschlossen, beim Arbeitgeber oft mehrere Stunden am Stück. Dann brauchen wir in vielen Fällen gar keine extrem hohen Ladeleistungen. Entscheidend ist vielmehr, dass genügend Ladepunkte verfügbar sind und die vorhandene Netzanschlussleistung intelligent genutzt wird.
Klaus Gruber: Gerade Mehrfamilienhäuser sind dabei ein riesiges Potenzial. Viele Menschen haben dort bislang nicht die Möglichkeit, ihr Elektroauto am eigenen Stellplatz zu laden. Wer im Einfamilienhaus lebt und eine eigene Garage hat, kann vergleichsweise einfach eine Wallbox installieren. In einer Tiefgarage mit 30, 50 oder 100 Stellplätzen sieht die Sache anders aus. Da muss man von Anfang an größer denken. Genau deshalb ist es so wichtig, nicht einfach eine einzelne Wallbox zu installieren, sondern eine Infrastruktur aufzubauen, die später mitwachsen kann.
Gerade bei der Ladeinfrastruktur für Mehrfamilienhäuser und WEG ist die Installation komplexer als bei einer einzelnen Wallbox in der eigenen Garage. Wo liegen aus eurer Erfahrung derzeit die größten Hürden für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen?
Klaus Gruber: Das Schwierige ist häufig gar nicht die einzelne Wallbox. Die Herausforderung entsteht durch das Zusammenspiel vieler Fragen: Reicht der Hausanschluss aus? Wie führen wir die Leitungen durch das Gebäude? Brauchen wir ein Lastmanagement? Wie messen wir die einzelnen Verbräuche? Wer darf welchen Ladepunkt nutzen? Und wer rechnet am Ende mit den Nutzerinnen und Nutzern ab? Dazu kommen die Abstimmungen innerhalb einer Eigentümergemeinschaft. Das kann schnell komplex werden.
Bernd Gau: Und diese Komplexität wächst, wenn man nur den aktuellen Bedarf betrachtet. Vielleicht gibt es heute zwei Elektroautos in einer Tiefgarage und in drei Jahren sind es zehn. Wenn die Infrastruktur nur für die ersten beiden Ladepunkte geplant wurde, muss womöglich erneut investiert und umgebaut werden. Deshalb schauen wir uns möglichst früh das Gesamtsystem an. Eine gute Lösung muss nicht vom ersten Tag an jeden Stellplatz mit einer Wallbox ausstatten. Aber sie sollte so geplant sein, dass weitere Ladepunkte möglichst unkompliziert ergänzt werden können.
Mit naturstrom fahrstrom wollen wir genau diese Komplexität reduzieren. Was unterscheidet fahrstrom von einer klassischen Wallbox-Lösung – und was nehmen wir Hausverwaltungen, Unternehmen oder Bauträgern konkret ab?
Bernd Gau: Vereinfacht gesagt: Wir hängen nicht einfach Wallboxen an Parkplatzwände, sondern schaffen funktionierende Ladeinfrastruktur. Dazu gehört zunächst die Frage, was vor Ort überhaupt benötigt wird. Auf dieser Grundlage können wir die Ladeinfrastruktur planen, die Installation begleiten und anschließend auch Betrieb, Monitoring und Verwaltung übernehmen.
Klaus Gruber: Ein ganz wichtiger Punkt ist außerdem die Abrechnung. Auch Hausverwaltungen haben verständlicherweise wenig Interesse daran, jeden Monat selbst auszurechnen, welcher Bewohner wie viele Kilowattstunden geladen hat und was er dafür bezahlen muss. Mit naturstrom fahrstrom können wir die Ladevorgänge den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern zuordnen und direkt mit ihnen abrechnen. Die Verwaltung wird dadurch deutlich entlastet. Das Ziel ist eine Komplettlösung, bei der Eigentümer, Bauträger und Hausverwalter keine zusätzliche Arbeit haben.
Bei Ladeinfrastruktur denkt man zunächst an Kabel, Wallboxen und Netzanschlüsse. In der Praxis sind aber auch Lastmanagement für die Ladeinfrastruktur, Nutzerverwaltung und vor allem die Abrechnung des Ladestroms entscheidend. Warum sollte man diese Themen möglichst von Anfang an zusammendenken?
Klaus Gruber: Weil eine Ladelösung im Alltag eben mehr können muss, als Strom vom Gebäude ins Auto zu bringen. Nehmen wir eine Tiefgarage mit vielen Ladepunkten: Ohne intelligentes Lastmanagement könnten mehrere gleichzeitig ladende Autos schnell eine hohe Leistung abrufen. Mit einem Lastmanagement können wir die vorhandene Leistung dagegen intelligent auf die Fahrzeuge verteilen.
Bernd Gau: Gleichzeitig muss natürlich sichergestellt sein, dass jeder nur seinen eigenen Verbrauch bezahlt. Dafür braucht es geeignete Messtechnik und eine eindeutige Zuordnung der Ladevorgänge. Und genau hier zeigt sich, warum Technik, Betrieb und Abrechnung nicht getrennt voneinander geplant werden sollten. Wenn man sich erst nach der Installation überlegt, wie die Verbräuche eigentlich abgerechnet werden sollen, kann es unnötig kompliziert und teuer werden. Wir versuchen deshalb, diese Fragen direkt zu Beginn mitzudenken.
Zum Schluss ein Blick nach vorne: Wenn wir uns das Jahr 2030 vorstellen – was müsste sich bis dahin beim Laden von Elektroautos verändert haben, damit ihr sagen würdet, dass die Verkehrswende auf einem guten Weg ist?
Bernd Gau: Im besten Fall reden wir 2030 viel weniger über Ladeinfrastruktur als heute – weil sie selbstverständlich geworden ist. Wer ein Elektroauto fährt, sollte zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs unkompliziert laden können. Niemand fragt heute vor dem Einzug in eine Wohnung, ob dort das Smartphone geladen werden kann. Langfristig sollte das Laden eines Elektroautos ähnlich normal sein.
Klaus Gruber: Und ich würde mir wünschen, dass wir Ladeinfrastruktur dann noch stärker als Teil des Energiesystems betrachten. Elektroautos sind schließlich große Batteriespeicher auf Rädern. Wenn wir Ladevorgänge intelligent steuern und perspektivisch auch bidirektionales Laden stärker nutzen, können Millionen Elektroautos dazu beitragen, Stromangebot und -nachfrage besser zusammenzubringen. Dann wird Elektromobilität nicht nur Teil der Verkehrswende, sondern unterstützt zugleich die Energiewende. Genau in diese Richtung wollen wir mit naturstrom fahrstrom gehen.
Ihr seid selbst Teil einer Wohnungseigentümergenossenschaft oder -Verwaltung, verantwortet Immobilienprojekte oder Betriebe und seid auf der Suche nach einer All-in-One-Lösung für Ladeinfrastruktur? Auf fahrstrom.de findet ihr alle Informationen und Kontaktdaten.
Wir freuen uns, von euch zu hören! 👋
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ist seit April 2018 dabei und schreibt für naturstrom über alles rund um die Energiewende. Jenseits des Büros bewegen sie die Themen Ernährung, Konsum und Mobilität – aber bitte in nachhaltig.
2 Kommentare
Unser Einfamilienhaus steht an einer Wendeplatte. Die Garage steht genau gegenüber, ca. 30m entfernt, ohne Stromanschluß. Was empfehlen Sie?
Das städtisch Kabel reicht vermutlich bis zum Haus. Wie viel Boxen könnten daran installiert werden?
Vielen Dank für Ihre Frage. Für eine genauere Einschätzung müssten noch ein paar technische Punkte geklärt werden.
Mit ein paar zusätzlichen Informationen können wir vielleicht besser einschätzen, welche Möglichkeiten es für Ihr Projekt gibt.
Gerne können Sie sich dafür direkt an Till Küppers (till.kueppers@naturstrom.de) wenden.