Die jüngsten Pläne der Bundesregierung zur Energiepolitik stoßen mehrheitlich auf Ablehnung in der Bevölkerung. Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage hervor, die wir beauftragt haben. Wir zeigen euch die wichtigsten Ergebnisse – und blicken dabei auch auf Unterschiede zwischen den Wähler:innengruppen.
69 Prozent der Bevölkerung bewerten die Energiepolitik negativ
Drastische Ergebnisse für die Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche: Mehr als zwei Drittel der Befragten stellen ihrer Politik und ihren Plänen ein schlechtes Zeugnis aus.
Über die Hälfte der Befragten bewertet die aktuelle Energiepolitik sogar als „sehr negativ“. Gerade einmal vier Prozent sprechen von einer „sehr positiven“ Bewertung. Selbst unter CDU-Wähler:innen ordnet gerade einmal jede:r Dritte die Arbeit als positiv ein. Bei Koalitionspartner SPD sind es deutlich unter zehn Prozent.
Unser Vorstandsvorsitzender Oliver Hummel bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Die Bundesregierung macht Energiepolitik an den Menschen vorbei.“
Mehrheit kritisiert Streichung der Einspeisevergütung
Dass mit dem geplanten EEG 2027 möglicherweise die Förderung für kleine Photovoltaik-Anlagen – unter 25 Kilowatt – ersatzlos wegfallen soll, bewerten mehr als 53 Prozent negativ. Etwa ein Drittel begrüßt die Pläne von Ministerin Reiche. Anhänger von FDP und AfD bewerten die Streichung mehrheitlich positiv, während die Berliner Koalitionspartner nur zu 40 Prozent (CDU/CSU) oder gar nur zu 23 Prozent (SPD) hinter ihrer Ministerin stehen.
Pläne zur Heizungsreform stoßen auf eindeutige Skepsis
Die Bestrebungen des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums, den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes wieder zu vereinfachen, verunsichert große Teile der Bevölkerung.
Nur etwa jede:r Dritte sieht angesichts der Pläne eine bessere Planbarkeit beim Heizungstausch. Eine klare Mehrheit von rund 57 Prozent sieht die Verunsicherung überwiegen, während jeder Zehnte nicht auf die Frage zu antworten weiß.
Wärmepumpe klar die Heizung der Zukunft
Klarer Kostensieger bei den Befragten ist die Wärmepumpe. Rund 40 Prozent halten sie langfristig für die günstigste Heizungsalternative. Gas- und Ölheizungen können angesichts der Reformvorschläge nur rund 20 Prozent der Befragten mit ihren Kosten überzeugen.
Angesichts der Stimmungsmache von Rechts gegen Wärmepumpen in den letzten Jahren ein erfreulich aufgeklärtes Ergebnis.
Unser Fazit: „Der Bundesregierung ist es mit der Transformation nicht ernst“
Die Umfrage ist ein Weckruf für die Bundesregierung. Noch handelt es sich nur um Vorschläge, keine neuen Gesetze. Wenn Ministerin Reiche nicht große – mehrheitliche – Teile der Bevölkerung mit ihren Reformen vor den Kopf stoßen will, müssen die Pläne grundlegend überarbeitet werden.
Oliver Hummel bringt es auf den Punkt: „Die Pläne für einen abrupten Stopp der Solarförderung und zugleich niedrigere Anforderungen an den Einbau neuer Gasheizungen senden ein fatales Signal: Dieser Bundesregierung ist es mit der Transformation nicht ernst.“
Hintergrund zur Umfrage
Die Umfrage wurde vom 6. bis zum 8. März 2026 im Auftrag der naturstrom AG durchgeführt. Civey befragte online 5.000 Bundesbürger:innen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,7 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis.
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unterstützt seit Juni 2022 das Presseteam bei naturstrom. Zuvor arbeitete er im Veranstaltungsmanagement der Verbraucherzentrale NRW und beschäftigte sich dort mit den Themen Energie und Energieberatung.