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Gas-Themen

Wissenswertes über Gas und Biogas

Foto: Wiese mit HeuballenSie wollen etwas mehr zum Thema Gasmarkt und Biogas erfahren?

Dann finden Sie hier einige spannende Informationen, z.B. zur Entstehung und Verwendung des CO2-neutralen Erdgas-Substituts.

Außerdem finden Sie Erläuterungen zu wichtigen Begriffen in unserem Lexikon.

 

Falls Sie es noch nicht wussten:

Klicken Sie auf einen der blauen Balken, um mehr zum jeweiligen Thema zu erfahren.

 

Biogas-Produktion

Woraus besteht Biogas?
Das Gas setzt sich aus ca. 50 bis 75% Methan, ca. 25 bis 45% Kohlendioxid und darüber hinaus aus Stickstoff, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff und Wasserstoff zusammen. Um es in ein Gasnetz einspeisen zu können, muss der Anteil an Methan im Biogas erhöht werden. Nach dieser „Aufbereitung“ besitzt das Biogas Methangehalte von 96-99%.

Was geschieht in einer Biogasanlage?
Wie schon der Name vermuten lässt, entsteht das Biogas in einem biologischen Prozess. Unter Ausschluss von Sauerstoff entsteht dabei aus organischer Masse ein Gasgemisch (CO2, CH4, H2S), das Biogas. Biogas kann durch Trocken- oder Nassfermentation entstehen. Bei beiden Fermentationen verläuft der Abbauprozess der Substrate über vier Schritte von der Hydrolyse bis zur Methanbildung. Dabei kommt es in der ersten Phase zu einer Aufspaltung der für die Vergärung wichtigsten Inhaltstoffe: Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. In den weiteren Phasen findet die Versäuerung des Substrates mit einem anschließenden Abbau der Stoffwechselprodukte und der Produktion von Biogas statt. Dieses Gas kann dann über ein Blockheizkraftwerk direkt an der Anlage oder auch über eine Mikrogasleitung mehrere Kilometer von der Biogasanlage entfernt verstromt werden. Ein weiterer Verwertungsweg ist die Aufbereitung des Rohbiogases zu einer vergleichbaren Qualität wie das konventionelle Erdgas und die anschließende Einspeisung in das Erdgasnetz.

Was wird in einer Anlage vergärt?
In einer Biogasanlage werden meist Mais, Grünschnitt und Kulturgräser und Getreide-Ganzpflanzensilagen (nachwachsende Rohstoffe) zur Produktion von Gas eingesetzt. Möglich sind auch organische Abfälle, wie Gülle und Bioabfälle.

Wie hoch ist der Anteil an Nutzpflanzen im Gegensatz zu Gülle und Bio-Abfällen in solchen Biogas-Anlagen?
Es gibt in Deutschland zwei Arten von Biogasanlagen. Zum einen solche, die mit Biomüll betrieben werden, zum anderen Anlagen, die aus nachwachsenden Rohstoffen und Reststoffen aus der Landwirtschaft (Gülle und Mist) Biogas produzieren. In den so genannten Nachwachsende Rohstoffe-Anlagen oder kurz NawaRo-Anlagen ist der Substratmix abhängig von der Anlagengröße. Im Vergleich: Überwiegend kleine Biogasanlagen (bis 250 kW elektrisch) vergären etwa 30% Gülle und Mist – den Rest stellen Energiepflanzen. Größere Anlagen verwenden dagegen bis zu 100% Substrate wie Mais, Kleegras, Grünroggen, Ganzpflanzensilagen oder alternative Nachwachsende Rohstoffe. Wichtig: Die Pflanzen werden meist in unmittelbarer Nähe einer Biogasanlage angebaut und geerntet, weil sonst der Energieaufwand für den Transport zu hoch wäre.

Wie viel Energie wird für den Anbau von Nutzpflanzen benötigt?
Die Frage nach der Klimabilanz ist nicht in absoluten Zahlen zu beantworten. Es wird angenommen, dass man in der Landwirtschaft für die Produktion von Nahrungsmitteln oder Energiepflanzen etwa 20% als Eigenenergieverbrauch einrechnet. Darunter fallen Bodenbearbeitung, Dünger, Pestizide, Anbau- und Erntetechnik sowie Transport.

Kritik an Biogas

Fördert die Biogasproduktion den Anbau von Monokulturen?
2004 wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geändert und der Nachwachsende-Rohstoffe-Bonus (NawaRo) eingeführt. Dieser Bonus förderte den Wandel von „Reststoffvergärungsanlagen“ hin zu reinen NawaRo-Anlagen auf Basis von Silomais oder anderen Energiepflanzen. Mais stellt momentan 90% der Rohstoffe in den Biogasanlagen und ist aus Sicht des Ertragniveaus unschlagbar effizient. So gewinnt man aus einem Hektar Mais (Gärfutter) über 5,5 m³ Biogas, doppelt so viel wie mit einem Hektar Grünland. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde mehr angebaut, was zu Monokulturen, veränderten Landschaften und pflanzenbaulichen Problemen führen kann. Wichtig ist daher, dass der Anbau von Energiepflanzen in eine umwelt- und naturverträgliche Landwirtschaft eingebettet wird.

Fördert der Einsatz von Biogas steigende Weltmarktpreise bei Nahrungsmitteln?
Wir haben selbst ein Pilotprojekt und experimentieren mit dem Einsatz von Zwischenfrüchten. Da die Forschung zu Energiepflanzen noch in den Kinderschuhen steckt, setzen wir darauf, dass mittelfristig andere Pflanzen als Mais bzw. andere Nahrungspflanzen als Energieträger gefunden werden. Für die steigenden Weltmarktpreise von Getreide kann man nicht nur einen „Schuldigen“ ausmachen. Einfluss haben u. a. Wetter, (auch regionale) Politik und gesetzliche Vorgaben, Förderungen und Preisbildung sowie dessen Entwicklung. Wir setzen uns für ein anderes globales Problem ein: den Klimaschutz. Ein Hauptziel von naturstrom ist, die Umweltbelastung und den Klimawandel aufzuhalten bzw. diesen einzudämmen. Die daraus folgenden Umweltkatastrophen und Klimaveränderungen können in den ärmeren Ländern schwerwiegende Folgen haben. Auch deshalb setzen wir auf Biogas.

 

Verwendung von Biogas

Biogas kann heute auf verschiedene Art und Weise eingesetzt werden: Einerseits kann damit in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme erzeugt werden. Andererseits ist es neuerdings möglich, das Gas zu veredeln und als Ersatz für herkömmliches Erdgas einzusetzen.

Biogas im BHKW



Das Biogas wird üblicherweise direkt am Ort der Entstehung in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt, um Strom zu erzeugen. Die dabei entstehende Wärme kann z.B. zum Beheizen anliegender Gemeinden genutzt werden.
Hier beschreiben wir den Prozess genauer.

Biogas im Gasnetz



Alternativ bietet sich durch die besondere Fähigkeit von Biogas, Energie dauerhaft zu speichern, eine neue Einsatzmöglichkeit: So wird das Biogas auf Erdgas-Qualität aufbereitet und kann ins Gasnetz eingespeist werden.
Hier finden Sie weiterführende Informationen.

 

 

Biogas-Hotline
(Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 Uhr)
Tel: 0211 - 77900 – 100
Fax: 0211 - 77900 - 599
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